16. Internationales Frühlingsturnier zu Ehren von Henryk Chmielewski in Swidnica (Polen)


25.-27. Mai 2012

Bereits zum 16. Mal wurde am Pfingstwochenende in dem kleinen polnischen Städtchen namens Swidnica das Internationale Chmielewski-Frühlingsturnier ausgetragen.  Deutschland wurde diesmal „nur“ von Sachsen mit immerhin fünf Vereinen nämlich dem SC Hoyerswerda, SC Riesa, TuG Leipzig, AC Ottendorf-Okrilla und - zum bereits vierten Mal - uns vertreten.

Früh klingelte der Wecker an jenem „Pfingstsamstag“, denn die Gunst der Stunde einer noch leeren Halle musste schließlich genutzt werden. Nach einem kleinen Frühstück begaben wir uns bereits um 07:30 Uhr gen Turnhalle. Und dann ging die Routine auch schon los. Haare machen, einturnen, andere bestaunen und prompt schlug es auch schon 9 Uhr. Wettkampfbeginn!

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Als erstes waren Antia und Nadja mit ihrer Tempo-Übung an der Reihe. Durch die große Nervosität schlichen sich viele kleine technische Unsauberkeiten, die ein Sturz und ein Element, was als dieses gewertet und somit auch von der Schwierigkeit abgezogen wurde, komplettierten. Vor allem an der Kraft und Kondition zum Ende der Übung hin muss jetzt weiter gearbeitet werden. Außer Atem und etwas enttäuscht, waren dennoch Schritte und Entwicklungen in die richtige Richtung erkennbar.

Zwei Blöcke später waren auch schon Luise, Laura und Emely an der Reihe. Anzug zurechtrücken, Magnesia an die Hände, auf der Stelle hin und her tippeln und nochmal zum Behälter mit dem weißen Wundermittel – „so aufgeregt war ich noch nie…“. Sichtlich nervös eröffneten die drei mit der Balance-Übung ihren ersten gemeinsamen internationalen Wettkampf. Der Start gelang überraschend gut, der Handstand stand, aber was war das? Der Schreckmoment: Laura rutschte beim geschlossenen Krokodil auf Luises Oberschenkel ab, was die Kampfrichter natürlich als Sturz bestrafen mussten. Große Unzufriedenheit machte sich nach der Übung auf den Gesichtern der drei breit.

Doch für Frust war für Laura jetzt keine Zeit, denn schon im nächsten Block wurde es für sie mit  Anna und Iljana ernst. Unsere drei Juniorenstarter starteten in den Tag ebenfalls mit der Balance-Übung. Zu Beginn sah alles gut aus, der gefürchtete Spagatstand stellte seine Windbeständigkeit unter Beweis, doch dann sprang Laura beim Handstand regelrecht „drüber“ und musste das Element auf der anderen Seite unfreiwillig beenden. Die erste Übung stand wohl für alle unter keinem guten Stern. ABER: vergangen und vergessen - aller Anfang ist eben schwer.

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Neue Runde, neues Glück! Nach einer kurzen Mittagspause und kleinen Eröffnungszeremonie um 14:30 Uhr mit Hissen der polnischen Flagge und mehreren für uns leider unverständlichen Ansprachen auf Polnisch, ging es in Block 4 bereits für Antia und Nadja mit der Balance-Übung weiter.

Bei Weitem entspannter betraten die beiden diesmal die Matte und zeigten eine schöne Übung – lediglich beim Krokodil auf dem Spagatstand kassierten sie einen Zeitfehler. Vor allem Synchronität und Ausdruck haben sich im Vergleich zu vergangenen Wettkämpfen deutlich verbessert. Doch die „Ausdrucks- und Routine“-Kluft zu ihren ukrainischen Konkurrentinnen ist noch immer weit geöffnet.  Apropos Konkurrentinnen: Den Age Group Bronzemedaillengewinnerinnen bei der Europameisterschaft 2011 in Varna - Dana Olefir und Anzhelika Valiavska - gelang der Übergang von Age Group zu den Junioren sichtbar ohne jegliche Schwierigkeiten – lediglich beim einarmigen Handstand (von beiden einarmig gehalten) schlichen sich kleinere Wackler ein. Ohne jegliche Unsicherheiten oder Beachtung von Regeln ;-) hingegen, zeigten Aana Lyakh und Anna Verzhbytska in Balance ein sehr beachtliches Programm mit immerhin 174 Value – somit  44 Value über der zugelassenen Grenze im Juniorenbereich. Doch Regeln sind ja auch manchmal dazu da, um gebrochen zu werden. Vor allem dann, wenn man dafür einiges zu sehen bekommt. So schwebte das Bein der Unterfrau vom Spagatstand - mit Partnerin oben drauf - in den freien Handstand wie eine Feder in die Luft.

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Doch zurück zum Geschehen: Nach Beendigung von Antias und Nadjas Balance-Übung rückte somit auch Emelys individuelle Salto-Premiere immer näher. Von Aufatmen damit noch keine Spur. Und kurze Zeit später war es dann also so weit: Die Tempo-Übung der drei „stand vor der Matte“. Anspannung bis in den kleinsten Muskel, nicht nur bei den Sportlern! Springt sie oder springt sie nicht, das war hier die Frage.

Vermutlich waren all unsere Augen während der Sprungkombination nur auf Emely gerichtet. Und  der individuelle Salto stand. Wer hätte da gedacht, dass es der erste war? Feuertaufe gut bestanden, die restlichen Elemente brachten die drei auch gut über die Bühne. Schlussendlich konnten sie sogar eine polnische Gruppe hinter sich verweisen. An Sauberkeit, Höhe der Salti und vor allem am Ausdruck muss dennoch hart gearbeitet werden.

Eine Übung noch für heute, einmal noch angespannt Luft anhalten und einmal noch bemüht sein, dabei den Fotoapparat ruhig zu halten. Dynamik-Übung der „großen“ Gruppe - eigentlich die Lieblingsübung der drei. Doch gleich zu Beginn mussten Anna, Iljana und Laura einen Sturz bei einem individuellen Element hinnehmen. Von da an ließ die Konzentration nach und es schlichen sich weitere Fehler ein. Nach Verlassen der Wettkampffläche zogen sich unsere drei zu einer Gruppenberatung zurück. Enttäuschung, Ärger und Wut spielen gerade in solch einer Situation eine große Rolle, umso wichtiger ist der Zusammenhalt. Kopf hoch!

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Gegen 19:30 Uhr waren die ersten beiden Durchgänge dann „endlich“ geschafft. Frisch gestärkt mit polnischen Spezialitäten und einer kleinen Sightseeing-Tour durch Swidnica mit Fotoshooting inklusive Zuschauern am Abend, war Tag 1 somit schon wieder vorüber.

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In aller Frische und aufgeladenen Akkus in Kameras und Körpern, wurde es für alle am Pfingst- sonntag nur noch einmal „ernst“.

In Block 4  waren als erste Starterinnen Luise, Laura und Emely mit (noch einmal) der Balance- Übung, gefolgt von Antia und Nadja mit ihrer Kombinierten Übung, am Start. Luise, Laura und Emely hatten sich vorgenommen, den Fehler vom Vortag wieder gut zu machen und das sollte auch gelingen. Schöne und saubere Übung, auch das leicht konfuse Ende konnten den 25,533 Punkten keinen Abbruch mehr tun. Mission geschafft! 

Auch Antia und Nadja kamen sehr solide durch ihr Programm, lediglich das Hochheben des Durchhängers bereitete (wieder einmal) etwas Schwierigkeiten.

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Ebenso in Block 4 der „unscheinbare Unfall“ des ukrainischen Damenpaars mit Lyakh/Verzhbytska , die deshalb ihre Übung bereits nach dem ersten Element beenden mussten. Doch nicht nur an den Zuschauern ging dieser „Unfall“ unbemerkt vorüber, nicht einmal die Unterfrau realisierte, dass sie sich scheinbar beim Fangen des ersten Saltos einen (offenen) Bruch am Fuß zugezogen haben muss. Erst beim Anlaufen zur Sprungreihe musste sie die Übung beenden. Einfach nur Adrenalin? 

Den Schock überwunden oder nicht, der Wettkampf musste weitergehen - in Block 6 mit der Kombinierten Übung von Anna, Iljana und Laura. Vom Verlauf des Vortages noch etwas mitgenommen zeigten unsere „Unglücksraben“ die beste Übung der zwei Wettkampftage. Und zur großen Freude aller stand diesmal auch den Handstand auf den Füßen von Anna und Iljana :)

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Doch was wurde sonst noch geboten? Die wahrscheinlich für alle beeindruckendsten Leistungen mit den sogenannten WOW-Effekten, zeigte neben  der wie immer spektakulären ukrainischen Herrengruppe, die Junioren-Damengruppe Hanna Patchenko, Ana Mazurenho und Diana Panchuk aus der Ukraine. Währenddessen die Unterfrau vor Freude strahlend im Querspagat sitzend im Grunde „nur“ damit beschäftigt war, den Geschehnissen auf ihren Schultern Stand zu halten, zog zuerst voller Leichtigkeit die Mittelfrau - mit Oberpartnerin im Genick stützend – auf den Schultern ihrer Unterpartnerin in die freie Stützwaage und nach Abgrätschen sogar noch die junge Dame obendrauf in den Handstand. Von Wacklern oder Unsicherheiten keine Spur. Aber mal von den vielen beachtlichen Leistungen und der starken internationalen Konkurrenz an diesen beiden Tagen abgesehen, war es wie immer ein gelungener und toll organisierter Wettkampf – zur Freude fast aller sogar mit Abschlussparty. Bei dieser wurde dann ausgiebig getanzt, gesungen und gegessen und der Sport einmal ganz bei Seite geschoben.

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                                                                                                                                                                 Wir freuen uns bereits aufs nächste Jahr!

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